Der Informant | Film

Illegale Preisabsprachen zwischen multinationalen Unternehmen? Soll’s schonmal gegeben haben. Totale NSA-Überwachung des gesamten Internet, um solche fiesen Machenschaften aufzudecken? Gab’s zumindest Anfang der 1990er (vermutlich) noch nicht. Was macht man dann als FBI? Man verkabelt ganz klassisch einen Maulwurf und lässt ihn für sich arbeiten.

Agent 0014: Mark Whitacre (Matt Damon) ist undercover unterwegs. | Screenshot Der Informant Bluray / Warner Home Video
Agent 0014: Mark Whitacre (Matt Damon) ist undercover unterwegs. | Screenshot Der Informant Bluray / Warner Home Video

So jedenfalls im Falle des Konzerns Archer Daniels Midland, der auch in Wirklichkeit 1993 in Marktmanipulationen verwickelt war. Im Film „Der Informant“ wird die Geschichte um den Biochemiker Mark Whitacre erzählt, der von sich aus auf das FBI zugeht, weil er mit den Praktiken seines Arbeitgebers nicht mehr leben kann. Das Bureau setzt ihn daraufhin als Maulwurf ein…

Die Marktmanipulationen dienen in der Geschichte lediglich als langer Aufhänger. Im Mittelpunkt steht mit fortschreitendem Filmverlauf immer mehr der Umgang des FBI mit Whitacre, der als Naivling von einem Problem in’s nächste schlittert und dessen wahre Interessen man nicht wirklich durchblicken kann. Das FBI versucht nach und nach alles, um ihn zu leugnen.
Das klingt alles recht gut und hätte auch eine gute Geschichte werden können. Leider verflacht die Geschichte immer mehr und verliert ihren roten Faden zunehmend. Am Ende hat man zwar durch das „wahre Begebenheit“-Prädikat einen interessanten Film. Was der einem sagen will, bleibt allerdings sein Geheimnis.

Dass keine wirkliche Spannung aufkommen mag, ist auch der Inszenierung geschuldet. Steven Soderbergh hat sich vor Drehbeginn wohl vermehrt „Catch me if you can“ in den DVD-Player geschmissen, denn mit dem ist „Der Informant“ gut vergleichbar: Die auf wahren Begebenheiten beruhende Geschichte kann zwar etwas unterhalten, ist aber arm an wirklicher Spannung. Vielmehr wird die Geschichte um den sympathischen Hauptcharakter mit schmissiger Musik unterlegt und mit einer ordentlichen Portion Komik gewürzt.

Insgesamt bekommt man einen netten, aber keineswegs überragenden Film präsentiert, dem man sich nach einem anstrengenden Tag zur Gemüte führen kann. Wenn man es nicht macht, hat man aber auch nicht allzu viel verpasst.

Von mir gibt’s (noch) 6/10 Punkten.

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