Egmond-Amsterdam-Urlaub… again | Fotografie

… oder: Bebilderung des Murmeltier-Urlaubs. Denn schon letztes Jahr war es diese Kombination aus Strand- und Stadturlaub, die mich für zweieinhalb Wochen den Stress hat vergessen lassen.
Selbiger stand jedoch gleich nach der Heimkehr wieder an, denn ich hatte die glorreiche Idee, meine frisch erworbene Actioncam mitzuschleppen. Und weil man ja nichts verpassen will, lief die quasi von morgens bis abends bei Wanderungen, Spaziergängen und Radtouren mit. Auf den Radlenker geschnallt, am Rucksack auf die Schulter geklemmt und um das Handgelenk gebunden kamen so ein paar Stündchen an Videomaterial zusammen, welches jetzt erstmal gesichtet, sortiert, geschnitten, arrangiert und vertont werden wollte. Als mir dabei kurz vor Fertigstellung aufging, dass es wohl weitaus einfacher gewesen wäre, sich zuerst um eine musikalische Untermalung zu kümmern und daran dann den Videoschnitt auszurichten statt umgekehrt, wollte ich das Projekt schon versenken und die bucklige Verwandtschaft ganz diavortragsmäßig mit stundenlangem Rohmaterialzeigen quälen. Aber weil ich nur semisadistisch bin, habe ich es durchgezogen und herausgekommen ist schließlich folgende Urlaubsdokumentation, die mich mit Erschrecken erkennen ließ, dass meine Ausflüge immer auf dieselbe Weise enden: Beim Futtern.

Teilweise ist es etwas schräg geraten, weil ich mit den diversen Befestigungsmöglichkeiten rumexperimentiert habe. Aber windschief passt ja auch irgendwie zur Nordseeküste. 🙂

Mediales

Aber auch dieses Jahr fing der Urlaub mit Videovorbereitung an. Als Einstimmung auf die Niederlande gab es mit „Kenau – 300 gegen die Armee Spaniens“ erst Historisches. Der holländische Film erzählt den Kampf der Haarlemer gegen das übermächtige spanische Heer, welches im 16. Jahrhundert halb Europa und die Niederlande überrannte und verchristlichen wollte. Im Mittelpunkt der Handlung steht mit Kenau eine Frau, die die Verteidigung Haarlems in die Hand nimmt und es dabei nicht nur mit dem spanischen Heerführer und den eigenen (männlichen) Leuten zu tun bekommt, sondern sich auch noch mit Liebe und Kind auseinandersetzen muss. Klingt wie das typische Katastrophen-Liebesschnulz-Sat.1-TV-Ereignis, balanciert diese Elemente aber weitaus unterhaltsamer aus, wird nicht allzu pathetisch oder kitschig und zeigt, dass auch in den Niederlanden sehr guckbare Filme entstehen. Und der Originalton ist hier gold wert. Ich wünschte, dass ich Niederländisch viel besser verstehen könnte.
Und da Amsterdam anstand, musste auch dafür ein Film geguckt werden. „Verfluchtes Amsterdam“ (glorreicher Originaltitel: „Amsterdamned„) war die Wahl und eines sei über das Ende verraten: Auch nach der Sichtung konnte ich an den Grachten dieser tollen Stadt entlangspazieren, ohne Angstzustände vor dem abtauchenden Serienkiller zu haben. Der Krimi-Thriller aus den 80ern ist so herrlich trashig, der Hauptcharakter so sympathisch und das alles so unterhaltsam, dass man ihn ohne Probleme empfehlen kann. Jedenfalls dann, wenn man keinen guten Krimi erwartet. 🙂

Unternehmerisches

Wie das Video schon andeutet: In Egmond aan Zee ging es hauptsächlich auf Rad und zu Fuß kreuz und quer durch die Dünen.

Fuchs und Hase haben sich da noch nicht Gute Nacht gesagt.
Fuchs und Hase haben sich da noch nicht Gute Nacht gesagt.
50mm | f3.2 | 1/320s | ISO 200 | Klicken für größere Ansicht

Spezielle Sehenswürdigkeiten gibt es dort eigentlich nicht. Man latscht los durch eine großartige Naturlandschaft bzw. düst auf den diversen Radwegen dahin und kommt ein paar Stunden später an einem anderen Örtchen wieder raus. Dann läuft man am Strand entlang wieder zurück nach Egmond und am nächsten Tag geht der Spaß von vorne los. Mehr Entspannung geht eigentlich nicht.

Es sei denn, man legt sich an den Strand und macht gar nichts. Nur war das dieses Jahr leider nicht so ganz einfach, denn auch wenn das Meer friedlich aussieht, es hat seine Tücken. Die schmalen Vertiefungen zwischen den Sandbänken erzeugen vor allem bei einsetzender Ebbe eine starke Strömung (holländisch Muien), die heuer zu einer Vielzahl an Rettungseinsätzen führten. Egmond hat eine Seenotrettungsstation sowie eine Strandwacht und deren Besatzungen mussten immer wieder zu Einsätzen ausrücken. Leider zweimal mit negativem Ergebnis.

Zum Glück war’s in diesem Fall falscher Alarm.
200mm | f2.8 | 1/320s | ISO 400 | Klicken für größere Ansicht

Den größten Einsatz löste ein vermeintlich verschwundener Paddler kurz vor Sonnenuntergang aus. Während wir gerade einen Abendspaziergang am Strand unternahmen, wimmelte es auf einmal vor Rettungshelis, -schiffen und -wagen, die hektisch das Wasser abzusuchen begannen. Einerseits war dieser Anblick beruhigend, denn man sah, wie präzise und schnell solch eine große Aktion gestartet und durchgeführt wurde. Andererseits kann man natürlich auch darauf verzichten, dass so etwas überhaupt stattfinden muss. Dieser spezielle Einsatz war zum Glück ein Fehlalarm, der Paddler meldete sich kurze Zeit später wohlbehalten bei den Rettungskräften.

Ansonsten stand noch ein Tagesausflug in das Zuiderzee-Museum an. Im Outdoorbereich kann man sich einen Tag lang diverse dort wiederaufgebaute historische Gebäude anschauen, die Lebensweise andeutungsweise nachvollziehen und den leckersten Räucherhering der Welt mampfen.

Der Hafen des Zuiderzee-Museums.
Der Hafen des Zuiderzee-Museums.
200mm | f2.8 | 1/320s | ISO 400 | Klicken für größere Ansicht

Die drei folgenden Tage Amsterdam hatten kein spezielles Highlight zu bieten. Die Stadt an sich ist eine Attraktion, und da ich sowieso nicht der Museumsgänger bin, habe ich die bessere Hälfte nach einem gemeinsamen Besuch im Anne Frank-Haus (Onlinereservierung FTW!) im Van Gogh-Museum abgegeben und bin einfach durch die Straßen gelaufen. Da mein Amsterdambesuch-Counter inzwischen locker die Zwei-Ziffer-Grenze überschritten hat, war es abermals ein so vertrautes wie aufregendes Gefühl, einfach nur die Grachten entlangzulaufen und auch einmal die Viertel abseits der Touristenströme zu erkunden. Ein halber Tag im Vondelpark war auch noch drin.

Fotografisches

Was mir erst nach dem Urlaub aufgefallen ist: Aus irgendeinem Grund vermeide ich es konsequent, Bilder vom tatsächlich höchst fotogenen Egmond-Örtchen zu knipsen. Mich zieht es eher an den Strand oder in die Dünen. Das Ende einer 80km-Radtour fiel auf die Zeit kurz vor Sonnenuntergang, sodass ich mich mal an Dünengemüse-Gegenlichtaufnahmen versucht habe, welche mir immer noch gehörigen Respekt abringen. Da an diesem Tag das Stativ friedlich im Schrank schlummerte wollte ich eigentlich eine Belichtungsreihe mit kurzen Zeiten aus der Hand machen, allerdings haben sich die Ergebnisse bei der Nachbearbeitung als unbrauchbar erwiesen, weil ein wenig Wackelei zu nichtdeckungsgleichen Bildern führte. RAW sei dank gibt es von dem Abend jedoch fake-HDRs.
Der Tag im Zuiderzee-Museum in Enkhuizen war leidlich bewölkt, sodass die Außenaufnahmen nur bedingt ansehnlich wurden. Aber auch hier hoffe ich, dass ich mit den gedeckten Farben den Charme der rauen Nordseeküste etwas einfangen konnte.
In Amsterdam stand das Thema „Reflexionen“ im Vordergrund, wofür sich die vielen großen Fenster in den alten Häusern und kleinen Geschäften vorzüglich anbieten. Und mir haben es außerdem Schwarzweiß-Bilder angetan. Sonnenschein und die vielen unterschiedlichfarbigen Fassaden machen eine entsprechende Konvertierung möglich.

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