Egmond-Amsterdam-Urlaub | Fotografie

Seit meiner Kindheit ging es in den Sommerferien immer nach Egmond aan Zee, einem kleinen Badeort etwa 40 Kilometer von Amsterdam entfernt. Diese Besuche haben mit dem Alter nachgelassen, sodass es dieses Jahr dann doch wieder höchste Zeit war, diesem sympathischen Örtchen für zwei Wochen einen Besuch abzustatten. Anschließend ging es dann noch für drei Tage in die Hauptstadt unserer westlichen Nachbarn.

Sonnenuntergang am Strand von Egmond aan Zee.
Sonnenuntergang am Strand von Egmond aan Zee.
12mm | f5 | 1/250s | ISO 100 | Klicken für größere Ansicht

Mediales

Traditionell beginnt ein Urlaub immer schon ein paar Tage früher, indem sich mit einem thematisch passenden Film darauf eingestimmt wird. Egmond aan Zee liegt überraschenderweise an der Nordsee und hat einen großen Strand, und so war es nur folgerichtig, dass wieder einmal „Der Weiße Hai im DVD-Player rotierte. Meine Historie mit diesem Film in Verbindung mit Badeurlaub geht auf die Kindheit zurück, wo ich just diesen Film in ebendiesem Egmond sehen durfte und für mich daraufhin für die restlichen Ferien der Badespaß gestorben war. Und auch diesmal war es immer noch ein mulmiges Gefühl, mit der william’schen Titelmusik im Kopf im Meer plantschen zu gehen. Der Film hat für mich trotz seiner 40 Jahre keinerlei Fasziantion verloren.

Kein Entspannungsurlaub ohne Buch, und auch dieses traf thematisch voll ins Schwarze. Denn in F.G. Klimmeks „Wie die Fliegen“ hat sich Frührentner Karl-Heinz Schmidt wiederum in Egmond niedergelassen, wird zusammen mit seinem Kumpel fast abgemurkst und macht sich daraufhin an die Auflösung des Warum und des von Wem. Äußerst amüsant und flüssig geschrieben, ohne allzu komplex zu werden. Die perfekte Strandlektüre, mit der man ungleich mehr Spaß hat, wenn man die Spielorte in der nordholländischen Provinz kennt, die aber auch so gute Unterhaltung mit einer hohen Popkulturreferenzdichte bietet.

Sportliches

Ein Strandurlaub teilt sich regelmäßig in Faulenzerei und sportliche Aktivitäten auf. Da das Wetter in den zwei Wochen nicht immer strahlsonnig daherkam, sprangen jedoch nur 5 Strandtage heraus. Die restliche Zeit wurde standesgemäß überwiegend auf dem Drahtesel verbracht und dabei kreuz und quer durch das noordhollandse Duinreservaat gekurvt. Zu den 231 Kilometern auf dem Rad kam ein knapper Marathon an Wanderei durch diese großteils naturbelassene Gegend mit freilaufenden Highland-Rindern und hollandtypisch perfekt ausgebautem Rad- und Wanderwegnetz. Addiert werden müssen noch diverse Spaziergänge durch Egmond und die umliegenden Dörfchen sowie zwei Ausflüge in die nächstgrößere Stadt Alkmaar, wo es durch die Gassen mit diversen kleinen Geschäften ging und anschließend eine gemütliche Grachtenrundfahrt folgte. Anschließend ging es dann (natürlich per Rad) wieder Richtung Küste.
Partylastige Urlaube sind nicht so meins und so bin ich auch nicht traurig drum, dass es in Egmond zwar ein bisschen Nachtleben gibt, der Ort insgesamt aber doch ziemlich deutlich auf Entspannung und den Familienurlaub denn auf Ballermannurlauber ausgerichtet ist. Einen kleinen Live-Eindruck kann man sich über die Webcams machen.

Ein Rind im Kornfe... Wasser.
Ein Rind im Kornfe… Wasser.
50mm | f2.8 | 1/800s | ISO 100 | -0,33EV | Klicken für größere Ansicht

Städtisches

Und so war es dann auch ein kleiner Kulturschock, als nach zwei Wochen Natur und Strand mit Amsterdam die Großsstadt lockte. Wobei mir die niederländische Hauptstadt aufgrund diverser früherer Ausflüge nicht fremd ist und im Vergleich zu Berlin auch nicht gerade als Metropole daherkommt. Aber gerade das macht Spaziergänge entlang der Grachten und das Erkunden der vielen interessanten Geschäfte und Märkte (und es gibt in Amsterdam an jeder Ecke Kunst-, Buch- und sonstige Märkte) so reizvoll. Überraschend war die Anzahl der vielen englischsprachigen Buchhandlungen, von denen es allein am Spui mit The American Book Center und Waterstones zwei riesige Geschäfte gibt. Zum Verhängnis wurde dem Koffergewicht aber der New English Bookstore in der Nähe der Singelgracht, in dem es Bücher mit minimalen Macken zu äußerst günstigen Preisen gibt.

Hat trotzdem alles in den Koffer gepasst.
Hat trotzdem alles in den Koffer gepasst.
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Fotografisches

Die Kamera war natürlich auch meistens dabei. Mein altes 5 Kilo Walimex-Stativ habe ich in Rente geschickt und durch ein leichteres Reisestativ ersetzt, ebenso steckte ein neuer Graufilter in der Fototasche. Während ich in Egmond eher die Strandnatur mitgenommen und bei dem vielen herumfliegenden Sand beim Objektivwechsel Blut und Wasser geschwitzt habe, leisteten mir Stativ und Filter in Amsterdam Gesellschaft, sodass ich zum ersten Mal auch tagsüber mit Langzeitbelichtungen rumprobieren konnte.

Amsterdamer Häuschen mit zu schnellen Schiffen davor.
Amsterdamer Häuschen mit zu schnellen Schiffen davor.
24mm | f5 | 60s | ISO 100 | Klicken für größere Ansicht

Das war es dann auch schonwieder mit zweieinhalb Wochen Ruhe, Spaß und Entspannung. Der Alltag kommt wieder, aber wenigstens die Bilde bleiben.

7 Kommentare

  1. Wow, die Bilder sind stark! Da bekommt man glatt Fernweh. So eine Eisdiele hätte ich mir damals auch gewünscht… 😉
    Sieht ja nach einem rundum gelungenen Urlaub aus. 🙂

    1. In Amsterdam kann man es schon gut aushalten, vor allem an den Spots, die nicht von Touris überlaufen sind. Und gerade am Abend herrscht da eine unglaubliche Atmosphäre. Eine fantastische Stadt.

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