Ersteindruck: Mad Dogs Staffel 1 | Serie

It was the Cat!

– Gus

Das war sie also, meine erste Amazon Originals-Serie. Also die erste Staffel davon. In meine Watchlist geriet sie überhaupt erst, weil Shawn Ryan als einer ihrer executive producer verantwortlich zeichnet und für sie fleißig Werbung auf Twitter gemacht hat. Wobei IMDb nicht ihn, sondern Chris Cole als show runner führt. Diesem Shawn Ryan verdanken wir jedenfalls wiederum The Shield, diesen großartigen Mix aus Thriller, Action und Drama. Mit solch einem Serienstern in der Vita kann „Mad Dogs“ ja nur gut werden, dachte ich mir.
Zumindest phasenweise sollte ich damit recht behalten.

Auch „Mad Dogs“ besteht aus Thriller- wie Dramaelementen, setzt den Fokus anfangs auf das erste, um sich im Verlauf der ersten Staffel stärker und stärker auf letzteres zu konzentrieren. Die Ausgangslage verspricht viel: Die Jugendfreunde Joel, Cobi, Gus und Lex, deren Wege sich zwischenzeitlich etwas auseinanderbewegt hatten, statten ihrem Freund Milo einen Besuch in dessen Prachtvilla im karibischen Belize ab. Als klar wird, dass dieser sein Geld aus maximal semilegalen Geschäften erwirtschaftet und kurz darauf ein kleinwüchsiger Killer mit Katzenmaske auftaucht, dreht sich fortan alles darum, möglichst schnell möglichst heil wieder amerikanischen Boden unter die Füße zu bekommen.

Der Trip wandelt sich also vom Traumurlaub zum Albtraum und genau so ist die Serie über weite Strecken aufgebaut. Immer wieder geraten die Kumpel in abstruse Situationen und an skurrile Charktere, von denen es in Belize anscheinend viele gibt und deren Auftauchen bei der Gruppe dann auch für den immer wieder durchschimmernden Humor sorgt. Was anfangs noch spaßig und unterhaltsam ist, wurde für mich im Verlauf langsam ermüdend. Immer noch ein sonderbarer Charakter mehr, immer noch eine mysteriöse Verstrickung tiefer. Gut, das war die erste Staffel und damit vielleicht das gesamte Setup für mögliche Folgestaffeln; wenn dem so ist, kann ich damit leben. Wenn es so weitergeht, sehe ich für „Mad Dogs“ kein Land.

Aber auch von der Dramaturgie her hat die Serie so ihre Schnitzer, denn die Thriller- und die Dramaebene wabern merkwürdig parallel nebeneinander her. Einmal geht es um Milos Geheimnis und die Folgeentwicklungen, was insgesamt ganz spannend ist, aber auch (auch aufgrund der geringen Lauflänge der Staffel) sehr gestrafft wirkt; in fast jeder Folge geht es in eine andere Richtung. Ein anderes Mal steht die Gruppendynamik und die Vorgeschichten der Jungs im Mittelpunkt, was erst im letzten Teil der Staffel verstärkt in die Thrillerhandlung eingreift und zudem oft sehr ähnlich abläuft: Die Gruppe flippt schreiend wegen irgendwas aus, geht auseinander, findet sich partiell wieder zusammen und man lernt diese zwei oder drei Charaktere durch die ruhigen und ehrlich(er)en Gespräche kennen, nur um dem ganzen Schauspiel beim nächsten Problem wieder zuzuschauen. Das ist nicht wirklich kreativ gelöst und wirkt gerade am Anfang zu aufgesetzt, zumal die Darsteller auch nicht gerade zu den Besten gehören und so die Konflikte sich regelmäßig allein durch Anschreiorgien aufbauschen. Gefreut habe ich mich dafür, einmal wieder Michael Imperioli zu sehen, der den Christopher Moltisanti in The Sopranos gespielt hat. Nur kann der leider auch nicht verhindern, dass alles, was man über die Clique in 10 Folgen lernt, am Ende zu keinem umhauenden Ergebnis führt. Im Bezug auf die Gruppendynamik kommt die Serie nur minimal voran.

Schließlich ist „Mad Dogs“ sauber produziert, wobei mir die Ästetik zu sehr nach „CSI“ aussah. Jede Szene ist poppig-bunt und bis ins letzte Detail ausgeleuchtet. Persönlich habe ich eine schmutzige Inszenierung lieber, allerdings passt dieser Stil auch wieder zu dem (Alb-)Traum, in dem sich das Quartett befindet.

Vorläufiges Fazit

Ich weiß jetzt schon, dass „Mad Dogs“ nicht zu meinem Liebling avancieren wird, dafür laufen mir die beiden inhaltlichen Ebenen zu sehr aneinander vorbei, auch wenn es zum Schluss hin besser wird. Auch die Charaktere dürften mit der Staffel größtenteils auserzählt sein. Sollte „Mad Dogs“ seine Abgedrehtheit in der zweiten Staffel etwas runterfahren und das Drama mit dem Thriller besser verbinden, dann werde ich aber wohl einen weiteren Blick riskieren. Dafür hat der ordentliche Cliffhanger gesorgt.
Eventuell gebe ich mir aber auch einfach das britische Original von 2011, denn „Mad Dogs“ von Amazon ist ein US-Remake.

Weiterguckpotenzial: Verhalten vorhanden.

Eckdaten zu Staffel 1

Genre: Thriller / Drama
Show Runner: Chris Cole
Produktion: 2015/16
Produziert für: Amazon
Folgen: 10 à ca. 50 Minuten

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