Ersteindruck: The Newsroom Staffel 1 | Serie

We don’t do good television, we do the news!
– MacKenzie McHale

Jippie! Mr. Sorkin ist mit „The Newsroom“ zurück auf der Überholspur und steuert nach dem für mich einigermaßen enttäuschenden Ausflug nach Hollywood in „Studio 60 on the Sunset Strip“ mit seiner aktuellen Serie zielstrebig auf sein Meisterwerk „The West Wing“ zu. Auch wenn dies nicht erreicht wird.

Sie lieben und sie hassen sich. Das Dreamteam Will und McKenzie schleppen viel Beziehungsballast mit sich herum. Quelle: "The Newsroom"-DVD (S01E10)
Sie lieben und sie hassen sich. Das Dreamteam Will und McKenzie schleppt viel Beziehungsballast mit sich herum.
Quelle: „The Newsroom“-DVD (S01E10)

Mit einem Nachrichtensender wird diesmal die angemessene Umgebung für eine Serie bereitgestellt, welche sich ebenfalls wieder an aktuellen Ereignissen abarbeitet. Die erste Staffel spielt 2010/11 und die „Event Horizon„-Katastrophe oder die Ergreifung Bin Ladens machen Schlagzeilen. Neben den weltweit beachteten Ereignissen geht es aber auch mitteltief in die inneramerikanische Gesellschaft und Episoden behandeln einen Sexskandal oder die rechtslastige Tea Party Bewegung. Es wird stückchenweise sogar echts Bild- und Tonmaterial eingearbeitet. Ich hatte wie schon bei „The West Wing“ wieder viel Spaß daran, andere Sichtweisen auf diese Themen zu erhalten oder überhaupt etwas über sie zu lernen. Außerdem erhält man zugleich einen Einblick in den Alltag der Redaktion hinter der Nachrichtensendung. Eine Redaktion, die in ihrer Inszenierung die Stärken des West Wing aufgreift und in der man sich von der ersten Folge an heimelig fühlt.

Sorkintypisch geschieht der Blick auf das politische Geschehen durch relativ liberal eingestellte Charaktere, wobei die latent konservative Gegenfigur natürlich nicht fehlt. Auch mit dabei ist wieder ein amitypisch dezent übersteigertes Nationalgefül, das bis auf in einer ansonsten gut geschriebenen, aber für mich widerlich patriotistischen Episode (S01E07: „5/1“) aber nicht negativ auffällt.
Ansonsten hat Sorkin auch beim Casting wieder ein tolles Händchen bewiesen. Allen voran Emily Mortimer mit ihrem supersüßen englischen Akzent sorgt als kompetente, aber leicht aus der Fassung zu bringende Producerin McKenzie McHale für Kurzweil und Jeff Daniels nimmt mant die Rolle des Ancorman sofort ab. Beide haben auch noch eine gemeinsame Vergangenheit aufzuarbeiten und lassen es dadurch menscheln. Beziehungsstress gibt es auch in „The Newsroom“ wieder, und auch wenn der menschliche Klinsch zwischen den Charakteren lange nicht mehr so inflationär wie in „Studio 60…“ genutzt wird, so ist das Drehbuch hier noch weit von der Subtilität der Donna-Josh-Neckereien im Weißen Haus entfernt. Das wird durch die Comedylastigkeit der wie üblich tollen Dialoge aber gut kaschiert.
Nach dem Ersteindruck ist es ein Jammer, dass die erste Staffel mit gerade 10 Episoden schon über ein Drittel der gesamten Serie darstellt.

Ich fand gut
  • die Dialoge
  • die gut bis perfekt ausgearbeiteten Charaktere
  • das transportierte „Hier möchte ich auch arbeiten“-Gefühl
  • den komödiantischen Grundton jedes Charakters und damit der Serie
  • Emily Mortimer und Sam Waterston
Ich befürchte, …
  • dass die zweite große Liebesgeschichte zuviel Platz bekommt

Weiterguckpotenzial: Sehr hoch.

Eckdaten zu Staffel 1

Genre: Drama
Show Runner: Aaron Sorkin
Produktion: 2011
Produziert für: HBO
Folgen: 10 à ca. 55 Minuten

3 Kommentare

  1. Klingt gut! Die Serie (also zumindest die erste Staffel) steht auch schon bei mir im Regal. Als „The West Wing“-Verehrer bin ich natürlich schon heiß darauf, werde aber wohl noch auf die Komplettbox warten…

    1. Jau, guter Plan. Auch wenn ich gerne mit Staffel 2 und 3 sofort weitermachen würde, die sind im Moment leider ordentlich teuer, auch im Ausland. Das sind so die Momente, in denen meine Abneigung gegen das Streaminggedöns etwas zu bröckeln anfängt… 😉

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