Gravity | Film

Wenn man sich den offiziellen Trailer zu „Gravity“ anschaut, mag man schnell auf den Gedanken kommen, dass es sich um einen zwar realistischen, aber dennoch schon öfter dagewesenen Weltraum-Actionfilm handelt. Dass dem nicht so ist und der Film eigentlich einen ganz anderen Schwerpunkt hat, habe ich gestern im Kino erleben dürfen.

Ryan Stone (Sandra Bullock) hat einen atemberaubenden Ausblick von ihrem Arbeitsplatz | Quelle: Gravity / Warner Bros.
Ryan Stone (Sandra Bullock) hat einen atemberaubenden Ausblick von ihrem Arbeitsplatz | Quelle: Gravity / Warner Bros.

Die Story ist schnell umrissen: Das Spaceshuttle befindet sich im Orbit um die Erde, um am Hubble Teleskop einige Reparaturarbeiten zu leisten. Die Russen bauen mit einem ihrer Satelliten Mist und auf einmal flitzen viele Trümmerteile auf der Umlaufbahn des Shuttles durch’s Weltall. Die sich zum Zeitpunkt des unfalls im Außeneinsatz befindliche Crew hat alle Hände voll zu tun, dort möglichst schnell weg und danach wieder sicher zur Erde zu kommen.

Diese gleich zu Anfang in eine Rettungsmission umschlagende Geschichte ist nur der Aufhänger und an sich recht dünn. Schwerpunkt des Films ist ohne Zweifel die Gefühlswelt der Astronautin Ryan Stone (Sandra Bullock), die nach wie vor nicht mit einem Schicksalschlag zurrecht kommt. Daran hängt sich der weitere Filmverlauf auf, in dem es vor zwar nicht immer subtiler, aber dennoch großartiger Bildsymbolik nur so strotzt. Stones Seele wird so optisch gespiegelt, ihre Gedanken durch den Unfall nach außen sichtbar gemacht. Insoweit ist der Film schon mehr Independet als Actionkracher und wird sich sicherlich den ein oder anderen Vergleich mit Stanley Kubricks „2001“ gefallen lassen müssen.
Neben Bullock gibt es eigentlich nur noch George Clooney als den absolut gelassenen, weil routinierten Missionschef Matt Kowalsky zu sehen. Der gibt dem Film die nötige Portion Humor und Leichtigkeit, ohne die das ganze allzu trostlos geraten würde.

Der eigentliche Star des Films ist aber die Optik. Was Regiesseur und Grafiker da geschaffen haben verdient schon allerhöchsten Respekt. Die Bilder vom und die Bewegungen im Weltraum sind dermaßen realistisch geraten, dass man glauben könnte, Clooney, Bullock und der Kameramann wären tatsächlich dort hochgeschossen worden. Es ist beeindruckend, wenn die Kamera Ryan Stone von weit weg umhertaumend zeigt und dann langsam heranfährt, bis man nur noch Bullocks angstgeweitete Augen sieht, während ihr Atem das Visier beschlägt und sich die Erde darin spiegelt. Ebenso gefesselt sitzt man da und sieht zu, wie die Trümmerteile das Shuttle fachgerecht zerlegen. Für solche Bilder wurden Kinoleinwände und 3D gemacht. Dazu hört man physikalisch korrekt nichts bis auf den guten Soundtrack, mit dem in eingen Szenen allerdings etwas übertrieben wurde. Die Dialoge kommen ebenfalls von überall her, sodass man desöfteren zwischen Stone und Kowalski sitzt, während sich die beiden unterhalten.

Ein Film weniger zum Nachdenken als zum Interpretieren, gut spielende Schauspieler und obendrauf großartige Optik lassen die 90 Minuten trotz der dünnen Story schnell vergehen. „Gravity“ ist kein Film, den man sich immer wieder angucken wird, aber für einen Kinobesuch reicht es allemal.
Von mir gibt es deshalb 8/10 Punkten.

4 Kommentare

Leave a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Mehr davon? Folge mir!

%d Bloggern gefällt das: