Guardians of the Galaxy | Film

Rocket: Metaphors go over his head.
Drax : Nothing goes over my head! My reflexes are too fast, I would catch it.

Ich bin in letzter Zeit dem Superhelden-Genre etwas untreu geworden. „Man of Steel“ habe ich geschaut und für mittelprächtig befunden. „Thor„, „Captain America„, „The Avengers“ oder „The Amazing Spider-Man“ sind alle ungesehen an mir vorbeigerauscht. Jetzt war aber mit „Guardians of the Galaxy“ doch mal wieder ein Kinobesuch drin, welcher durch die vielen Vorschusslorbeeren eine ebensolche -freude verursachte.
Leider konnte diese nicht ganz erfüllt werden.

Welcome to the 80s! Das Mixed Tape und der Troll sind längst nicht die einzige Hommage an diese Zeit. | Quelle: Guadians of the Galaxy Trailer
Welcome to the 80s! Das Mixed Tape und der Troll sind längst nicht die einzige Hommage an diese Zeit. | Quelle: Guadians of the Galaxy Trailer

Dabei fängt die Geschichte recht vielversprechend – und so gar nicht komisch – an. Denn Peter Quill ist 1988 gerade mal eine handvoll Jahre alt, als seine Mutter im Krankenbett stirbt. Einzig sein von ihr geschenkter Walkman mitsamt dem „Mixed Tape Vol. 1“ bleibt ihm, als er unmittelbar darauf von einem Alienraumschiff entführt wird.
Das nächste, was man sieht, ist, wie er als Mitzwanziger über einen trostlosen Planeten tanzt und, mit eben jenem Tape im Walkman, auf der Suche nach einem Gegenstand ist.

Die folgende Geschichte ist so dünn wie zweckmäßig. Ein Fiesling, eine Bedrohung, viel Action und eine „Superhelden“-Kombo, die sich erst noch finden muss… sowohl wortwörtlich als auch im übertragenen Sinne. Insoweit macht der Film zunächst nichts anderes als die vielen, vielen Superheldenentstehungsgeschichteverfilmungen bisher: Der Charakter wächst an seinen Aufgaben. Nur dass es in „GotG“ nicht einen Helden gibt, sondern derer fünf. Trotz dessen, dass Peter den Mittelpunkt von Geschichte und Gruppe darstellt, lässt der Film auch einem Waschbär, einem Muskelprotz, einer grünen Killerin und einem wortkargen Baum genug Platz, um sich weiterzuentwickeln.

Diese Konstellation sorgt für einige Kurzweil und totz ein paar Rohrkrepierern für viele ulkige Dialoge. Der bunt gemischte Haufen bringt es in jeder Situation fertig, einerseits lustig zu sein und andererseits jeden Charakter – nicht übermäßig, aber doch sichtbar – durch Einflüsse der anderen zu wandeln. Da geht der Film den Gegenweg zu Reihen wie „Batman“ oder „Spider-Man„: Keine ernsthafte Charakterentwicklung mit einer Prise Humor, sondern erstmal viel Komik und nebenbei noch ein bisschen Ernsthaftigkeit. Diese Mischung ist vor allem nach der ersten halben Stunde oft gelungen, ab da konnte ich dann so langsam auch mit dem manchmal leider allzu platten Dialoghumor leben, der die grandiosen Witze schwerer auffindbar macht. Denn daneben gibt es in dem Film eine Menge zu entdecken. Neben den ganzen 80er-Anspielungen (die gleich noch den grandiosen Soundtrck liefern) wird mit Genreklischees sowohl geschichts- als auch situationsbezogen gespielt und Regisseur James Gunn hat sich bei so ziemlich jedem Sci-Fi-Universum bedient, das man auf den Bildschirmen dieser Welt nur finden kann.

Insbesondere die einzelnen Designs kann man in „Star“-Schubladen stecken. Beim Konstümdesign des Fieslings und bei dessen Headquarter wurde von „Star Gate“ abgeschaut, Traktorstrahlen und andere Waffen hat man sich bei „Star Trek“ gemopst und die vielen – optischen wie inhaltlichen – „Star Wars„-Reminiszenzen (die schon beim Filmplakat anfangen) kann man gar nicht aufzählen. Die Macher haben hier ein Nerdvana geschaffen, welches man wohl frühestens nach der dritten Sichtung vollständig erfasst haben wird.

Warum hat mich der Film aber trotzdem nicht so vom Hocker gerissen, wie vielleicht erwartet? Das lag wohl einmal an der Erwartung selbst, die durch diverse Blogs und Webseiten ziemlich hoch gesetzt wurde. Damit konnte die simple Story nicht mithalten und auch die Art Humor ist für mich nur in gewissem Maße erträglich. Nonverbal überzeugte die oft trockene Art, während die Dialoge, wie erwähnt, teils zu bemüht lustig und damit albern waren. Die Action-Ruhe-Ratio ging eine ganze Weile auf, im Schlussteil kippte es dann aber doch in Richtung CGI-Overload… auch wenn es gerade dort zu der witzigsten Szene des gesamten Films kommt. Die gesamte Mischung hat mich oft an die Serie „Firefly“ erinnert, deren Kultstatus ich auch nur bedingt nachvollziehen kann.

Fazit

Guardians of the Galaxy“ ist ein über weite Strecken sehr unterhaltsamer Streifen mit vielen 80er- und Sci-Fi-Anspielungen und einer großen Portion Action, der sich schon durch seine Protagonisten von der sonstigen Superhelden-Gemüsesuppe abhebt. Die vernachlässigbare Story, einige gezwungene Dialogwitze und das Übermaß an Action vor allem gegen Ende verderben für mich eine Topbewertung aber.
Von mir gibt es 7.5/10 Punkte.

Gesehen: Kino / englisch
Eckdaten: 2014 / 122 Minuten / FSK 12
Genre: Superhelden / Action / Comedy
Regie: James Gunn

Andere Meinungen: Der Kinogänger (8.5/10) / Ergothek (4.5/5) / Tonight Is Gonna Be A Large One (9/10) / Xanders Blog (9/10)

2 Kommentare

  1. Hat dir insgesamt aber anscheinend besser gefallen als „Firefly“ — die Ähnlichkeiten sind aber unübersehbar; vielleicht fand ich den Film deshalb so wunderbar… 😉

    1. Ich kann das auch nicht so ganz erklären. Zumal die Story bei „GotG“ nochmal eine Ecke austauschbarer ist als bei „Firefly“ und letzteres auch grundsätzlich die besseren Charaktere hat… bis auf Drax, den fand ich genial. 😀
      Vielleicht sollte ich „Firefly“ doch nochmal eine Chance geben…

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