Media Monday #136 – in memoriam Philip Seymour Hoffman

Das ist garantiert der einzige Media Monday dieses Jahr, der von mir zu dieser unchristlichen Uhrzeit fertiggestellt ist. Was mich nicht schlafen lässt, das sind ab 00.30 Uhr drei Stunden lang Nachos und Guacamole mampfen und Bier trinken Football gucken. Denn wie an jedem ersten Sonntag im Februar steht der Super Bowl an. Und da die Amis ja frecherdings auf kein foreign country Rücksicht nehmen, muss sich der geneigte Sportfan auf dem Alten Kontinent die Nacht um die Ohren schlagen, um in den Live-Genuss des größten Einzelsportereignisses der Welt zu kommen.
Immerhin kann ich so mal kontrollieren, ob der Wulf vom Medienjournal die aktuellen Fragen tatsächlich um Punkt Mitternacht online stellt, oder ob das eine urban legend ist…

1. Philip Seymour Hoffman wird mir zuvorderst in seiner Rolle in „Glaubensfrage“ in bester Erinnerung bleiben, weil er in diesem kleinen Kammerspiel den unter Missbrauchsverdacht stehenden Pater wunderbar spielt.

2. Aber auch der Film „The Ides of March“ unter Beteiligung von Hoffman ist ein toller Film, der den Einblick in den Wahlkampfalltag zeigt.

3. Letzte Worte zum Tod eines – meiner Meinung nach – großartigen Schauspielers, der es noch weit hätte bringen können und wie so viele leider viel zu früh gehen musste:
„Finger weg von den Drogen“ wäre jetzt a) zu offensichtlich, b) unlustig und c) vielleicht zu voreilig, siehe Frage 4. Er wird mir als Schauspieler fehlen.

4. Während die Todesursache noch längst nicht offiziell mitgeteilt worden ist, wird allerorten bereits heiter spekuliert und von einer Überdosis Drogen ausgegangen. Ob richtig oder nicht, tut so eine öffentliche Zurschaustellung, so ein Breittreten der mutmaßlichen Todesumstände einer Person des öffentlichen Lebens wirklich not? Wie ist eure Meinung?
Reine Spekulationen bringen nichts und gehören jedenfalls nicht in die Presse. Sollte sich das als Wahrheit herausstellen, dann ist es bei einer öffentlichen Person solches Kalibers gerechtfertigt, nüchtern auf die Todesumstände hinzuweisen. Nicht zuletzt, weil bei einem Drogentod der Aufklärungsfaktor eine Rolle spielt.

5. Fernab jeder Pietätlosigkeit schreibt allerdings – wie ich finde – ________ oft sehr schöne Nachrufe auf verstorbene Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens wie zum Beispiel ________ .
Mir ist noch kein Autor deswegen aufgefallen, weil er gute oder schlechte Nachrufe schreibt. Allerdings lese ich auch die allerwenigsten Nachrufe.

6. Kommt nur mir das so vor, oder häufen sich in der letzten Zeit die tragischen Todesfälle? Oder liegt es vielleicht vielmehr an der wachsenden Verbreitung Sozialer Netze, dass man derartige Nachrichten ganz anders oder unmittelbarer wahrnimmt? Was meint ihr dazu?
Menschen leben, Menschen sterben. Das war schon immer so und wird immer so sein, und letzteres in der Häufigkeit statistisch wohl immer gleichmäßig. Alles andere ist Einbildung oder eine temporäre Verschiebung in der Statistik. Das ist wie mit dem Schnee im Winter.

7. Meine zuletzt gesehener Film mit Philip Seymour Hoffman war Moneyball und der war auch dank ihm sehenswert , weil man ein aus sport- bzw. baseballhistorischer Sicht sehr interessantes Ereignise ansprechend präsentiert bekommt, ohne dass es allzu sehr nach Schablone geht. Die Darsteller helfen dabei sehr.

Abschließend bleibt zu sagen, dass die Fragen tatsächlich um 00.00 Uhr da waren (ich habe auch nie dran gezweifelt) und dann auch noch auf einen aktuellem und traurigem Anlass bezogen.

4 Kommentare

  1. In „Moneyball“ spielt er auch mit? Noch ein Grund einmal reinzuschauen – besonders da ich meine Aversion gegen Sportfilme gerade mit „Friday Night Lights“ ablege…

    1. Er hat eine kleinere Nebenrolle, aber wie üblich füllt er auch die überzeugend aus.
      Spielszenen gibt es in „Moneyball“ tatsächlich ziemlich wenig, der Fokus liegt woanders.

  2. Ich muss jetzt so überspitzt fragen: Wird er dir als Schauspieler wirklich fehlen? Ich hab ihn, obwohl ich erstaunlich wenig Filme mit ihm gesehen habe, auch für einen überragenden Schauspieler gehalten. Aber ist es heutzutage nicht so, dass durch die Masse an Schauspielern und Filmen, man bei solchen Verlusten die Leute nicht einfach ersetzt? Oder glaubst du daran, dass du irgendwann mal einen Film sehen wirst, bei dem du dir lieber Philip Seymour Hoffman in einer Rolle wünschen würdest?
    Natürlich war deine Aussage nicht so gemeint und ich frage jetzt auch überspitzt, aber ich finde diese Frage gerade bei dem Thema sehr interessant. Ich selbst hätte nämlich in Zukunft auch gerne mehr Filme mit ihm gehabt, kann mir aber nicht vorstellen, dass er mir in einem zukünftigen Film aktiv fehlen wird 😉

    1. Ich werde nicht vor einem Film sitzen und denken, dass der Philip die oder die Figur viel besser gespielt hätte. Einen direkten Vergleich muss allenfalls der Schauspieler ertragen, der jetzt für die noch ausstehenden Szenen in „Die Tribute von Panem“ an seine Stelle treten muss, wenn das Drehbuch nicht entsprechend geändert werden kann. Aber die Filme schaue ich vermutlich eh nicht, ob mit oder ohne ihn. 😉
      Das Fehlen im Sinne von Hinterhertrauern gibt es bei mir ebenfalls nicht. Auch wenn nie wieder auf einem Filmplakat PSH als Darsteller auftaucht, werde ich auch weiterhin Filme schauen.

      Er wird mir – wie Du das dann wohl nennst – passiv fehlen, da ich ihn in ausnahmslos jeder seiner Rollen sehr gerne gesehen habe und er damit jeden Film ein Stück besser gemacht hat. Ich weiß, dass ich mir Filme sehr wahrscheinlich allein aus dem Grund angeguckt hätte, weil er dort mitgespielt hätte. Bei „Glaubensfrage“ ist mir das so gegangen.

      Von daher wird er mir schon fehlen, auch wenn das Leben natürlich weitergeht und es viele viele Schauspieler gibt, die mich weiterhin und in Zukunft begeistern werden. Genauso wie mir meine über alles geliebte Harmony-Universalfernbedienung fehlen wird, wenn sie irgendwann einmal über den technischen Jordan geht. Das heisst aber nicht, dass ich mit einer anderen Fernbedienung nicht trotzdem wieder den TV einschalten werde. 🙂

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