Moneyball | Film

Nach so einiger Zeit gab es bei mir doch mal wieder einen Film zu sehen. Zwar nicht mit ovalem Ball, aber immerhin ging es um Sport. Das zählt hoffentlich auch ein bisschen.

Dynamisches Duo: GM Billy Beane (Brad Pitt) und Analyst Peter Brand (Jonah Hill) | Quelle: Trailer zu Moneyball
Dynamisches Duo: GM Billy Beane (Brad Pitt) und Analyst Peter Brand (Jonah Hill) | Quelle: Trailer zu Moneyball

„Moneyball“ erzählt die Geschichte der Oakland Athletics, die 2001 in der MLB die Playoffs nicht überlebten und in der Folge eine Reihe von ihren Topspielern abgeben mussten. Das ohnehin monetär nicht üppig ausgestattete Franchise muss sich in Gestalt von General Manager Billy Beane für die Folgespielzeit Gedanken machen, wie man diese Abgänge kompensieren könnte. Bei seiner Einkaufsrunde in der Liga trifft er auf Peter Brand, einen Computeranalysten, dessen Ansatz ihn überzeugt: Brand hat ein Analysesystem entwickelt, dass die Spieler objektiv einstuft und so auf unterschätzte und damit günstige Spieler aufmerksam macht. Ein effektives Zusammenstellen soll damit möglich sein. Gegen allen Widerstand aus dem Medien und auch innehalb der Athletics macht sich Beane daran, mit Brand zusammen das 2002er Team zusammenzustellen und auf die Saisonreise zu schicken.

Soweit die Geschichte. Ohne Spoiler, auch wenn der Film auf historischen Tatsachen beruht. Allein diese Story lässt den typischen Sportfilm vermuten: Ein (hier durch sein im Vergleich zur Konkurrenz sehr geringes Budget gehandicapter) Underdog will das Establisment durch einen völlig neuen Weg durcheinanderbringen. Tatsächlich kommt gegen Ende auch noch ein bisschen durch den Sport transportierte Lebensmetapher ins Spiel (haha), zum Glück hält sich der Film mit so etwas aber nicht lange auf. Der Fokus wird auch nicht unbedingt auf die Mannschaft gelegt. Im Mittelpunkt steht Billy Beane, der GM, der sich mit seiner Einstellung und seinem Mut auch gegen die eigenen Leute stellt und gleichzeitig durch seine eigene Vergangenheit beschäftigt wird. Sein Schicksal ist natürlich eng mit dem Team verbunden. Inswoweit zeigt der Film, dass das Zielesetzen vielleicht einfacher ist als das Erkennen, dass man diese Ziele schon längst erreicht hat.
Was aber im größeren Rahmen gezeigt wird ist das Umdenken, das im Baseball zu dieser Zeit stattgefunden hat und für das Beane maßgeblich verantwortlich zeichnet. Nicht hochbezahlte und fotogene Superstars formen eine erfolgreiche Mannschaft, sondern das überlegte Zusammenfügen einzelner Puzzleteile, die für sich allein nicht gut sind, zusammen aber eine kampfstarke Einheit bilden. Dass dabei die Statistik eine herausragende Rolle spielt, wird durch den Film deutlich. Und hat man diese Geschichte erstmal gehört, versteht man auch die Statistikverliebtheit der Amis (und allen vorran der Baseballfans).
Durch diese beiden Erzählstränge ist „Moneyball“ zumindest beim ersten Sehen sehr unterhaltsam, ohne allzu sehr auf das angesprochene Sportfilmklischee aufzustrpringen.
Der Film baut dann zwar noch ein persönliches Geschichtchen ein, das bleibt aber zum Glück im Hintergrund.

Amüsante Szenen gibt es auch ein paar, ohne dass ein großer Lacher dabei wäre. Für diese kann sich der Cast den Stempel aufdrücken. Sowohl Brad Pitt als auch Jonah Hill in den Hauptrollen und Phillipp Seymour Hoffman, Ken Medlock und andere in Nebenrollen wissen zu überzeugen und ordentlich zu spielen, auch wenn mir Pitts Genuschel zeitweilig auf die Nerven ging. Das hat er wohl aus „Inglorious Basters“ in seine Rolle mitgebracht.

Bildmäßig gibt sich „Moneyball“ auch keine Blöße. Insbesondere die Spielszenen sind gut choreografiert und fotografiert. Ob das alles realistisch ist mag ich nicht beurteilen, dafür habe ich zuwenige Baseballspiele gesehen. Der Score passt aber auch.

Insgesamt bekommt man eine „Teilzeitbiografie“ von Beane in seiner wegweisenden Zeit als GM in Oakland, die natürlich Baseballfans interessieren wird. Alle anderen bekommen ein gut gemachtes und nicht zu dramatisches Sportdrama, das man sich sicher einmal angucken kann.

Von mir gibt’s 8/10 Punkten.

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