Red Dog | Film

Ich habe ja einige Bedenken, wenn ein Film mit tierischem Hauptcharakter auf mich zukommt. „Ein Hund namens Beethoven“ oder „Air Bud“ sind eindeutig auf Kinderaugen zugeschnitten, was natürlich an sich nicht schlecht ist, mir dann aber meistens doch einige Langeweile bereitet. Aufgrund der Vorschusslorbeeren auf dem Cover habe ich mir aber dann doch einen australischen Film mitgenommen, bei dem ein Hund den Hauptdarsteller mimt.

trampender Hauptdarsteller: "Red" auf seinem Weg durch Westaustralien | Quelle: Red Dog Blu Ray (Ascot Elite)
trampender Hauptdarsteller: „Red“ auf seinem Weg durch Westaustralien | Quelle: „Red Dog“ (Ascot Elite)

Erzählt wird die Geschichte vom „Red Dog“, der Ende der 1970er in einer winzigen Minenarbeitersiedlung mitten im nordwestaustralischen Nirgendwo auftaucht und die Herzen der Einwohner im Sturm erobert. Ohne Herrchen wuselt er zwischen den Arbeitern hin und her und sorgt scheinbar nur mit seiner Anwesenheit dafür, dass ihre Leben eine günstige Wendung nehmen. Diese Charaktere haben jeder für sich so ihre Problemchen mit Leben und Liebe, sind aber allesamt so liebenswert dargestellt, dass (fast) der gesamte Film durchaus als Feelgood-Movie durchgeht.

Auch wenn sich dieser positive Grundton im Verlauf der Geschichte nicht ändert und sie auch in den traurigeren Momenten nicht allzu sehr in die Tiefe geht, kann man den Film nicht mit den oben genannten, kantenlosen Hollywoodproduktionen vergleichen. Und ganz so schmalzig, wie es das BD-Cover befürchten lässt, wird der Film zum Glück nie. Dafür sind die Charaktere und ihre Probleme zu real dargestellt, weshalb die Zielgruppe für diesen Film eher ältere Kinder und deren Familien sind. Aber auch als Erwachsener sieht man einen Film, der durchaus unterhalten kann. Vergleichbar ist die erzeugte Stimmung mit dem großartigen „Big Fish“ von Tim Burton. An diesen kommt der Film nicht heran, dafür ist die Handlung nicht tief genug und der Film teils etwas holprig erzählt.

Neben den schönen Landschaftsaufnahmen Australiens ist aber allein schon der Hauptdarsteller eine Sichtung wert. Seine menschlichen Kollegen können überzeugen, aber was Hund Koko an „Gesichtsausdrücken“ drauf hat, ist verblüffend und kommt einer menschlichen Mimik teilweise ziemlich nahe.

Insgesamt bekommt man also eine nicht immer perfekt umgesetzte, aber toll bebilderte Erzählung mit tierischem Hauptdarsteller, nicht zu viel Tiefgang und einer großen Wohlfühlportion aus Australien geliefert.
Von mir gibt’s deshalb 7/10 Punkten.

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