Star Trek | Film

Da muss man erst bei einem Gewinnspiel erfolgreich sein, damit man seine erste komplette Begegnung mit einem „Star Trek“-Film hinter sich bringen kann. Und dann heisst der Film auch noch „Star Trek“. Ohne Zusatz. Ergibt auch Sinn, denn der von J.J. Abrams anno 2009 gedrehte Streifen ist quasi ein Reboot der Weltraumabenteuer von Kirk, Spock & Co. Für mich, der sowohl von den Filmen als auch den diversen Serien aus dem „Star Trek“-Universum bis heute nur peripher Notiz genommen hat, eine passende Gelegenheit, zusammen mit der Enterprise in die unendlichen Weiten des Weltalls aufzubrechen.

Spock (Zachary Quinto) und Kirk (Chris Pine) bestehen in jungen Jahren ihr erstes Abenteuer. | Quelle: Star Trek / Paramount
Spock (Zachary Quinto) und Kirk (Chris Pine) bestehen in jungen Jahren ihr erstes Abenteuer. | Quelle: Star Trek / Paramount

Es geht mit viel Action los, mit mehr Action weiter und hört mit nicht weniger Action auf. Insoweit ist „Star Trek“ ein typischer Blockbuster, der zu einem guten Teil aus opulenten Bildern besteht und sich dabei auch keine Blöße gibt. Die Raumschiffe, das Weltall, Phaser- und sonstige Effekte, das stimmt alles. Nur bei einer Sache hat es Abrams leider vollkommen übertrieben: Bei jeder sich auch nur entfernt im Bild befindenden Lichtquelle wurde nicht mit Halo- und Überblendeffekten gespart, die dann als Lichtstriche quer über dem Bild liegen. Ich habe keine Ahnung was das sollte, aber es hat nach kurzer Zeit total genervt. Ich kann nur inständig hoffen, dass der Herr Regisseur das nicht als sein Markenzeichen versteht und es auf keinen Fall für seine Umsetzung der nächsten „Star Wars“-Episoden übernimmt.

Gechichtsmäßig behandelt der Film die Zusammensetzung und das erste Aufeinandertreffen der zukünftigen Enterprise-Crew, startet bei zwei Hauptcharakteren allerdings schon mit Schlüselerlebnissen in deren Kindheit bzw. – für den Storyverlauf wichtig – kurz vor der Geburt. Bei der Einführung der einzelnen Crewmitglieder hat man sich die angemessene Zeit genommen, um deren Charakter zumindest zu umreißen.

Die Geschichte selbst ist ebenfalls blockbustertypisch recht simpel, nicht frei von Logiklöchern und an einigen Stellen etwas zwanghaft konstruiert bzw. mit etwas billigen Storywendungen gewürzt, die dem Drehbuchschreiber in Folgefilmen absolute Handlungsfreiheit gibt, ohne dass dieser auf Ereignisse in der alten Serie achten müsste. Insofern ist der Film im wahrsten Sinne ein Reboot. Dennoch trägt die Geschichte diesen Film aber ohne wirkliche Längen. Dazu trägt auch der Humor in den Dialogen bei, der zum Glück nur sehr selten aufgesetzt wirkt und insbesondere in den Wortgefechten zwischen Kirk und Spock immer wieder zum Schmunzeln anregt. Und auch Gesten und Rituale aus den alten Filmen bzw. aus der Serie werden mehr als einmal passend aufgegriffen. Gastauftritte aus dem Originalcast der Serie runden das Ganze ab.

Reboots großer Franchises haben den Vorteil, dass die Fanbasis bereits existiert und die Vermarktung damit ein ganzes Stück einfacher wird. Andererseits kann man eben jene Fans der ersten Stunde auch leicht verprellen, indem man Murks abliefert. Da ich absolut nicht zu letzteren zähle und auch sonst in Sachen Universum klar in Richtung „Star Wars“ gehe, kann ich nicht so richtig sagen, inwieweit der Film den Geist der Serie fortführt. Für mich hat J.J. Abrams einen soliden Blockbuster abgeliefert, bei dem man zugunsten der Unterhaltung auf Raffinesse in der Storyentwicklung verzichten muss und kann und in dem es auch für Nicht-Trekkies rund um die Geschichte von Kirk genug (wieder)zu entdecken gibt.
Von mir gibt es 7/10 Punkten.

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