The Express (2008) | Film

Ein Film über Football und Rassenprobleme im Amerika der 1950er und ’60er. Viele werden dabei natürlich an Remember the Titans denken. Doch 8 Jahre nach der Geschichte um Coach Boone und seine Titans lief ein weiterer Film – zumindest in den USA – über die Kinoleinwände, der diese Themen verknüpft.
In The Express begleitet der Zuschauer Ernest „Ernie“ Davis auf seinem Lebensweg, der für den Hauptcharakter persönlich von zwei Themen beherrscht wird: dem Laufen und seiner Hautfarbe – nicht unbedingt in dieser Reihenfolge. Als wieselflinkes Kerlchen träumt er davon, als erster Afroamerikaner die Heisman Trophy für den besten College Footballspieler zu gewinnen.

Nicht immer einer Meinung: Coach Schwartzwalder und Ernie Davis
Nicht immer einer Meinung: Coach Schwartzwalder (Dennis Quaid) und Ernie Davis (Rob Brown) |(c) Universal Pictures

Der Film legt dabei den Fokus auf die Hautfarbe von Ernie Davis und die daraus entstehenden Hürden, mit denen er fertig werden muss. Im Kontext der Zeit sind das nicht wenige, angefangen von rassistischen Beleidigungen durch gegnerische Fans bis zur Zutrittsverweigerung eines Hotels in Texas. Aber auch innerhalb des Teams trifft er auf Personen, die ihm scheinbar nicht gerade wohlwollend gegenüberstehen. Ein ambivalentes Verhältnis pflegt Ernie derweil mit Coach Ben Schwartzwalder, für den das Siegen oberste Priorität genießt und bei dem sowohl Ernie als auch der Zuschauer nie so recht wissen, wie seine Einstellung zu seinem Starrunningback ist. Diese ganze Thematik wird einem nicht unbedingt subtil vermittelt, zum Glück wurde aber auf die absolute Holzhammermethode verzichtet.
Inszenatorisch wirkt der Film wie ein ernster Disney-Familienfilm. Nebencharaktere lockern die Story auf, trotz der Thematik wirkt der Film an ein paar Stellen zu brav und der oft einsetzende Score verstärkt die emotionalen Momente teils bis hin zum Kitsch.

Nichtsdestotrotz hat mir The Express gefallen. Es ist kein Ausnahmefilm, aber eine solide und interessante Darstellung einer ungewöhnlichen Lebensgeschichte und einer Gesellschaftslage, die gerade mal 60 Jahre her ist.
Deshalb gibt es von mir 7/10 Punkten.

Der FiFF:
Da es im Film hauptsächlich um den Collegeaufenthalt des späteren Heisman Trophy Gewinners geht, spielen die Footballspiele der Syracuse Orange Men in der Handlung eine recht gewichtige Rolle. Die Footballszenen sind sauber fotografiert und sehr solide choreografiert. Realismus ist hier Programm, Wackelkamera und Slow Motion werden nicht übermäßig eingesetzt. Den Retro-Touch bekommt man durch die alten Ausrüstungen.
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