The Majestic | Film

Da will man mal einen entspannten Abend ohne viel Action und Thrill gucken, geht die DVD-Sammlung durch und findet den schon länger nicht mehr geschauten „The Majestic„. Hatte man als recht gelungenes, leichtes Drama in Erinnerung, Jim Carrey spielt mit, passt also ins Profil.

Peter und Adele: zweisamst schauen sie in das güldene Abendlicht. | Quelle: The Majestic DVD / Warner
Peter und Adele (Laurie Holden): Zweisamst schauen sie in das güldene Abendlicht. | Quelle: The Majestic DVD / Warner

Es geht auch gut los. Peter Appleton arbeitet in den 1950ern als Drehbuchschreiber in Hollywood. Eines Tages steht urplötzlich das FBI in seinem Büro und eröffnet ihm, dass er Gegenstand von Ermittlungen wegen kommunistischer Aktivitäten ist. Sein Job ist noch am selben Tag weg, der Frust-Drink da und Peter setzt sich angesäuselt ins Auto, um in der Gegend herumzufahren. Das geht schief, der Wagen kippt ins Meer, Peter verliert das Bewusstsein und wird am Strand eines kleinen Städtchens wieder an Land gespült. Dort hält man ihn für jemanden, der lange als verschollen galt…

Die Idee stimmt, aber was draus gemacht wurde, kann man bestenfalls als höchst mittelmäßig bezeichnen. Das liegt nicht an Jim Carrey, der wieder einmal zeigt, dass er auch mit ernsteren Charakteren gut zurecht kommt. Das liegt auch nicht an der Inszenierung. Die ’50s sind ein dankbarer Lieferant für ein tolles Setting: Diners, auf fast jedem männlichen Kopf ein Hut, Jazzmusik, bunte Neonlichter überall, stilvolle Klamotten und natürlich die Karren lassen das Retroherz höher hüpfen. Der Charme einer amerikanischen Kleinstadt wird sehr gut rübergebracht.

Leider war das schon das Beste am Film. Dieses Setting wird durch inflationär eingesetzte Musik und kitschigen Bilder oft derart in Schmalz ertränkt, dass es weh tut. Dazu trägt aber auch die Story bei. Die Geschichte des „verlorenen Sohns“ muss neben einer Liebesbeziehung gleicheitig für die Heroisierung der WW2-Soldaten, für die Darstellung der Kommunistenverfolgung in der McCarthy-Ära und für den Mythos Kino herhalten. Auch wenn diese Stränge ein wenig ineinander übergreifen, so wird das alles nebeneinander abgefrühstückt und bleibt ziemlich oberflächlich. Der Film schafft es trotz seiner langen Laufzeit abseits von platter Verurteilung einerseits und Glorifizierung andererseits nicht, mehr aus den einzelnen Themen rauszuholen. Alles wird etwas angerissen, aber nichts zufriedenstellend beleuchtet. „The Majestic“ kann sich nicht entscheiden, wo der Fokus liegen soll und beleuchtet so alles ein bisschen. Das ist sehr schade, denn insbesondere das Kinothema und die McCarthy-Ära bieten für sich allein viele interessante Möglichkeiten, mit denen man einen Film füllen kann. So bleibt leider nur ein inhaltliches Gematsche mit schönem Schein.

Wer es ganz seicht mag, vor allem einen Liebesfilm sucht und bei einem Kuss auf Leuchtturm vor rotem Sonneuntergang keinen Brechreiz bekommt, kann davon wohl unterhalten werden. Ich fand es anstrengend und habe keine Ahnung, was mich vor ein paar Jahren davon überzeugt hat.
Von mir gibt es deshalb 4/10 Punkten.

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