Usedom-Kurzurlaub 2015 | Fotografie

Nach je einem Besuch an der deutschen und der holländischen Nordsee in den letzten beiden Jahren habe ich ein paar Tage genutzt, um mal eben stramm nordwärts an diesen Ententümpel namens Ostsee zu düsen. Usedom war das Ziel und von der Tatsache abgesehen, dass bei der Anreise dummerweise eine Tasche im Zug zurückblieb, war das auch alles ziemlich erholsam. Allerdings gab sich das Wetter keine besondere Mühe, sodass ich alle Hände voll zu tun hatte, um zwischen den ganzen trüben, wolkenverhangenen Stunden die wenigen Sonnenstrahlen zu finden und dann schnellstmöglich zu einem fotogenen Plätzchen zu flitzen. Dank Smartphone- und Regenradarapptechnologie kamen aber dann doch ein paar schöne Stunden zusammen. Und wenn die Sonne sich dann doch schonwieder verkrümelt hatte, wurde halt auf Nachtfotografie geswitcht, da ist das Wetter nicht ganz so wichtig.

Überhaupt ist Sonne am Meer überbewertet. Im November findet man dafür die für den Norden so typischen gedeckten Farben, die für mich den Charme von Nord- und Ostsee ausmachen.

Ahlbecker Dünengras an Meerwasser. Bon Appetit. [50mm | f 2.8 | 1/800sec | ISO 125]
Ahlbecker Dünengras an Meerwasser. Bon Appetit.
[50mm | f 2.8 | 1/800sec | ISO 125] (Klicken für größere Ansicht)

Meer? Möwen! Möwengeschrei gehört für mich zu jedem Strandurlaub dazu. Und auch ein Möwenfoto ist seit einiger Zeit Pflichtprogramm an den Gewässern dieser Welt. Normalerweise sind die Viecher ja scheu und damit nur mit Teleobjektiv fangbar. Ein doppelter Vorteil für die Ostsee, denn dank den Seebrücken gibt’s nicht nur eine erhöhte Position zum Fotografieren, es gibt darauf auch verantwortungslose Menschen, die die Möwen mit Brotkrümeln füttern und so anlocken. So sah ich meine gute Chance im Schlechten und habe mein erstes Weitwinkelmöwenfoto festgehalten.

fröhliches Möwengeflatter. Fantastisch. [12mm | f 8.0 | 1/500sec | ISO 400]
fröhliches Möwengeflatter.
[12mm | f 8.0 | 1/500sec | ISO 400] (Klicken für größere Ansicht)

… auch wenn offensichtlihc nicht jeder dieser Gesellen erfreut darüber war, Model stehen zu müssen.

Dieser Gummiadler beschwerte sich lautstark über mich. [200mm | f 2.8 | 1/1000sec | ISO 400]
Dieser Gummiadler beschwerte sich lautstark über mich.
[200mm | f 2.8 | 1/1000sec | ISO 400] (Klicken für größere Ansicht)

Apropos Seebrücken. Gibt’s ein paar von auf Usedom. Am Markantesten ist wohl diejenige von Zinnowitz, auf der man ein paar hundert Meter auf die Ostsee hinausspazieren kann. Aber auch vom Land aus ergibt sie eine schöne Ansicht.

Die Seebrücke von Zinnowitz. [24mm | f 8.0 | 1/25sec | ISO 200]
Die Seebrücke von Zinnowitz.
[24mm | f 8.0 | 1/25sec | ISO 200] (Klicken für größere Ansicht)

Am Ende der Seebrücke befindet sich eine Taucherglocke, die einigermaßen skurril ausschaut und bei der ich froh war, dass sie bereits geschlossen hatte. Ich weiß nicht, ob ich mich wirklich dahinein getraut hätte und die dreieinhalb Meter auf den Ostseeboden hinabgetaucht wäre.

Die zinnowitzer Tauchglocke... überraschenderweise erst anno 2006 eingeweiht. [50mm | f 8.0 | 1/60sec | ISO 200]
Die zinnowitzer Tauchglocke… überraschenderweise erst anno 2006 eingeweiht.
[50mm | f 8.0 | 1/60sec | ISO 200] (Klicken für größere Ansicht)

Genug von kitschigen (wenn auch originalgetreuen) Himmeln und merkwürdigen Bauwerken in Zinnowitz. Zurück in Ahlbeck rutschte mir die dortige Seebrücke vor die Linse. Nachdem es schon dunkel war, kam mir mein mitgeschlepptes Stativ sehr gelegen.

Die Seebrücke von Ahlbeck, im Hintergrund die Schifffahrtsstraße. [24mm | f 8.0 | 1.6sec | ISO 500](Klicken für größere Ansicht)
Die Seebrücke von Ahlbeck, im Hintergrund die Schifffahrtsstraße.
[24mm | f 8.0 | 1.6sec | ISO 500] (Klicken für größere Ansicht)

Warum ich die Nord- der Ostsee auch weiterhin vorziehe, das sind die Gezeiten und die Naturkräfte. Es braucht nur einen kleineren Hauch von Wind, und schon tobt der blanke Hans vor der niederländischen Küste und den deutschen Nordseeinseln. Die Ostsee verhält sich da verhältnismäßig ruhig. Allerdings hatte ich auch einen Tag mit Windstärke-9-Stürmchen, welcher das Wasser doch ziemlich durchmischte. Weiße Schaumkronen und stahlblaues Wasser eignen sich dabei hervorragend für eine Schwarz-Weiß-Impression.

Der Ententümpel ausnahmsweise mal aufgewühlt. [15mm | f 8.0 | 1/125sec | ISO 200]
Der Ententümpel ausnahmsweise mal aufgewühlt.
[15mm | f 8.0 | 1/125sec | ISO 200] (Klicken für größere Ansicht)

Um das Meer-Gesamtpaket vollständig zu schnüren, dürfen natürlich die Boote nicht fehlen. Davon liegen am Strand von Usedom so einige herum, da es dort gefühlt mehr Fischrestaurants als Möwen gibt und die meisten sich ihre Fischchen frisch fangen (lassen).

Ordentlich festgezurrt.  Aber zum Wasser sind es eh noch ein paar Meter. [50mm | f 2.5 | 1/3200sec | ISO 100]
Ordentlich festgezurrt. Aber zum Wasser sind es eh noch ein paar Meter.
[50mm | f 2.5 | 1/3200sec | ISO 100] (Klicken für größere Ansicht)

Das Schlusswort gebührt dann doch nochmal dem fliegenden Federviech. Beim Ausflug nach Peenemünde sprang zwar eine Besichtigung des russischen U-461 heraus, aber außer ein paar blauen Flecken beim Durchklettern kann ich davon leider keine Ergebnisse präsentieren, da dafür die entsprechende Fotoausrüstung fehlt. Dafür gab es vor dem U-Boot so einiges zu sehen, unter anderem die dicken Metallplatten, welche die Möwen offensichtlich nicht nur zur Rast nutzen.

(Möwen)scheiß Kunst! [50mm | f 2.2 | 1/640sec | ISO 100]
(Möwen)scheiß Kunst!
[50mm | f 2.2 | 1/640sec | ISO 100] (Klicken für größere Ansicht)

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