Weihnachtsmenü (11): Schnelldurchlauf: Krampus & Der Grinch (Dr. Suess‘ How the Grinch Stole Christmas) & Die Geister, die ich rief… (Scrooged) | Film

Weihnachtszeit ist Filmzeit, und weil ich dieses Jahr zum ersten Mal nicht nur auf gekaufte DVDs angewiesen war, wurde Amazon Prime gleich mal ausgiebig nach thematisch Passendem abgegrast. Neben dem Besuch einer vor allem im südlichen Deutschland und in Österreich bekannten Gruselgestalt im Kino sprang so auch das personifizierte Antiweihnachten in Gestalt des Grinch auf die Mattscheibe. Zuletzt hieß es dann besinnlich werden und mit Bill das klassischste aller Weihnachtsmärchen erleben.

Krampus

Komödie / Horror | USA / NZL 2015 | 98 Min | R: Michael Dougherty | Kino / englisch

Ein Kind war nicht artig und statt des Weihnachtsmanns kommt sein böser Schatten, um Haus und Familie zu terrorisiern. Man fragt sich unweigerlich, warum zuvor noch niemand auf die Idee gekommen ist, diesen Stoff zu verfilmen. Gut, der böse Schatten namens Krampus kommt eigentlich zu Nikolaus und nicht an Heiligabend, aber ansonsten? Jedenfalls gibt es seit diesem Winter „Krampus“ als Hollywood-Film und eigentlich ist er recht gelungen. Die Geschichte ist halt einer Sage entnommen und deshalb fernab von Realismus, die auftauchenden Monster in der Überzahl dafür aber mit soliden handwerklichen Effekten umgesetzt, was dem ganzen gleich nochmal einen netten Retrotouch verleiht. Das Highlight ist neben der Eröffnungssequenz der Soundtrack, für den viele bekannte Weihnachtslieder in schaurige Versionen umkomponiert wurden, um dem Thema gerecht zu werden. Seine Schwäche hat der Film einmal in seinem Ende, zum anderen weiß er selbst nicht so genau, ob er nun Komödie oder Horror sein will. Ein paar trockene Kommentare von Conchata Ferrell (Berta aus „Two and A Half Men„) sind ebenso dabei wie eine echte Horrorszene. Der Rest ist genauso dazwischen wie die schauspielerischen Fähigkeiten des größtenteils unbekannte Casts mittelmäßig sind.
Man kann beruhigt ohne „Krampus“ leben, aber als alternativer Weihnachtsfilm ist er eine Sichtung wert.

Der Grinch (Dr Suess‘ How the Grinch Stole Christmas)

Komödie / Fantasy | USA 2000 | 101 Min | R: Ron Howard | Amazon Prime / englisch

Der Grinch ist als Figur hierzulande weitaus bekannter als die ihm zugrundeliegende Buchvorlage, und den darauf aufbauenden Cartoonfilm kennen die meisten allenfalls aus „Kevin allein zu Haus„, wo er vom McCallister-Spross im TV geschaut wird. 2000 hat sich dann Jim Carrey dieser Figur angenommen und Ron Howard hat ihm eine kunterbunte Fantasiekulisse bauen lassen. Durch diese darf sich der Grinch hindurchgranteln und die Bewohner von Whoville hassen, deren einziger Zweck es zu sein scheint, sich auf Weihnachten zu freuen. Grobschlächtig wird Kritik am konsumorientierten Weihnachtsfest geäußert und märchentypisch nimmt die einfache Geschichte ihre ebenso positive wie moralgetränkte Wendung, während man Carrey bei seinem Slapstick beobachten darf, sich über einige gelungene Gags freut und sich bei den Sets wundert, dass nicht Tim Burton hinter allem steckt. Wobei die Inszenierung dann doch nie an „Charlie und die Schokoladenfabrik“ heranreicht und insbesondere die inflationär benutzen schrägen Kamerawinkel zuweilen nerven.
Der Grinch“ ist ein durchschnittlicher Weihnachtsfilm, der am Ende vor Kitsch nur so trieft und maßgeblich von Jim Carreys Grinchperformance getragen wird. Wer ihn in „Ace Ventura“ oder „Die Maske“ mag, kann einen Blick riskieren.

Die Geister, die ich rief… (Scrooged)

Komödie / (Horror) | USA 1988 | 102 Min | R: Richard Donner | Amazon Prime / englisch

Bill. Murray. In den 80ern. Genug gesagt. Auch hier trägt der Protagonist den Film und komödisiert sich durch die allzu bekannte Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens, die diesmal ins prä-saubere New York von 1988 transportiert wird, was an sich schon eine coole Location ist. Die Geister sind allesamt unterhaltsam und bringen einen Hauch von Horror mit, was irgendwie auch typisch für die Familienfilme dieser Zeit ist. Spaß macht hier vor allem David Johansen als durchgeknallter Geist der vergangenen Weihnacht. Grandios sind die Dialogszenen, in denen Murray als Leiter eines TV-Senders wahlweise arschgeigig oder genervt sein darf.
Scrooged“ ist bisher meine Lieblingsweihnachtsgeschichteumsetzung und macht, auch wenn er uninspiriert alle Elemente des zugrundeliegenden Werks abklappert, vor allem dank Bill Murray einen Heidenspaß.

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