Weihnachtsmenü (2): Gremlins | Film

Füttere ihn niemals, niemals nach Mitternacht!
Randall Peltzer

Zu Weihnachten gehören für mich bestimmte Filme einfach dazu und zu den (meinen) Klassikern kommen die nächsten Tage noch ein paar Artikel. Allerdings passiert es inzwischen selten, dass sich dazu ein neuer Streifen gesellt. Und noch viel seltener passiert es, dass ich diesen neuen Streifen schon lange kenne, er mir jedoch entfallen war.

Der Anfang vom Ende: Billy bekommt von seinem Vater einen Mogwai zu Weihnachten geschenkt. "Silent Night" adé. | Quelle: "Gremlins" Trailer
Der Anfang vom Ende: Billy bekommt von seinem Vater einen Mogwai zu Weihnachten geschenkt. „Silent Night“ adé. | Quelle: „Gremlins“ Trailer

Denn ich hatte ganz vergessen, dass „Gremlins“ einen veritablen (Vor-)Weihnachtsfilm abgibt. Die Kleinstadt Kingston Falls liegt unter einer dicken Schneedecke, die Tannenbäume werden verkauft und die Geschenke eingetütet. Die Wohnzimmer sind heimelig, jedenfalls bis zu dem Augenblick, in dem ein Mogwai Wasser abbekommt und nach 12 Uhr gefüttert wird…

Die Geschichte um das Fellknäuel Gizmo dürfte bekannt sein. Ich hatte allerdings hauptsächlich den zweiten Teil in Erinnerung, in dem die kleinen Mönsterchen in einem New Yorker Hochhaus ihren Unfug treiben. Umso mehr hat es mich gefreut, dass ich mit „Gremlins“ jetzt ein Kleinod aus meiner Kindheit wiederentdeckt habe. Von der Story, den Charakteren und der Umsetzung passt sich der Film von 1984 voll in seine Zeit ein. (Allein beim Theme Song möchte man sich sofort in den synthetischen Adidas-Trainingsanzug schmeißen und metallic-blauen Lidschatten auftragen.) Ganz unbedeutend an der sofortigen Vertrautheit dürfte auch nicht sein, dass Steven Spielberg als Produzent seine Finger im Spiel hatte, dessen Handschrift man auch schon in „Das Wunder in der 8. Straße“ erkennen konnte.

Die spezielle Familienfilm-Atmosphäre passt wunderbar zu Weihnachten, auch wenn ich sagen muss, dass ich „Gremlins“ gar nicht so „blutig“ in Erinnerung hatte. Da aber auch in jeder Todesszene – egal ob Mensch oder Grünviech – genug Humor und Witz verpackt ist, lässt sich das gut aushalten.
So ist es dann auch egal, dass die eigentliche Geschichte kaum etwas mit Weihnachten direkt zu tun hat. Man hat seinen Spaß an den Eskapaden der Gremlins, will Gizmo die ganze Zeit knuddeln und erträgt auch die obligatorische zarte Liebesgeschichte ohne Zwischenfälle. Wie gesagt, der Film hat bei mir den üblichen Kindheitsbonus, aber ich glaube, dass aufgrund der gruselig-liebenswürdigen Ungeheuer, der kleinen Anspielungen in den Settings und der vielen anderen Einfälle des Produktionsteams auch Erstgucker heute noch ihren Spaß mit „Gremlins“ haben können.

Fazit

Vor allem als Vorweihnachtsfilm eignet sich „Gremlins“ hervorragend dank der kuscheligen Kleinstadtatmosphäre, auch wenn (oder gerade weil) es nicht direkt um Weihnachten geht. Ich bin froh, diesen Filmschatz für mich wiederentdeckt zu haben. Einen Haken hat solch ein Zuwachs im Weihnachtsfilmregal jedoch: Wenn noch mehr Genrevertreter dazukommen, muss die Vorweihnachtszeit bald bis August vorverlängert werden, damit man sie sich alle angucken kann.

Von mir gibt es 9/10 Punkte.
Der WiFF (WeihnachtenImFilmFaktor) beträgt 6/10 Weihnachtsbäume.

Gesehen: BD / deutsch
Genre: Horrorkomödie / (Familienfilm)
Eckdaten: 1984 / 106 Min / FSK 16
Regie: Joe Dante

3 Kommentare

Leave a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Mehr davon? Folge mir!

%d Bloggern gefällt das: