Weihnachtsmenü (6): Tödliche Weihnachten (The Long Kiss Goodnight) | Film

I don’t smoke, I don’t drink and I don’t swear. Oh shit, I DO smoke and drink!
Hal Caine

Die Jahre 1988 und 1990 scheinen unter keinem guten Weihnachtsstern gestanden zu haben. Andauernd gab es Geiselnahmen oder Flugzeugabstürze und jedes mal explodierte etwas. Die Verbindung bestand in Bruce Willis, welcher in beiden Jahren im ersten und zweiten „Die Hard„-Teil als John McClane die Welt – oder wenigstens sein eigenes weihnachtliches happy end – retten musste. 1996 schien sich die Tradition einer Katastrophenweihnacht fortzusetzen, nur war es diesmal nicht Willis, sondern Geena Davis vorbehalten, die glorreiche Heldin zu spielen.

Im Filmverlauf ändert "Samantha" ihr Aussehen und gleich noch ihren Charakter dazu. Blöd für die Bösen. | Quelle: "Tödliche Weihnachten"-Trailer / New Line Cinema
Im Filmverlauf ändert „Samantha“ ihr Aussehen und gleich noch ihren Charakter dazu. Blöd für die Bösen. | Quelle: „Tödliche Weihnachten“-Trailer / New Line Cinema

Von „Tödliche Weihnachten“ liest man in den Weihnachtsartikeln dieses Internets relativ wenig. Und auch ich bin erst vor wenigen Jahren auf den Film wirklich aufmerksam geworden, nachdem ich zuvor immer nur Ausschnitte im TV sah. Warum er nicht die Reputation eines „Die Hard“ aufweist, kann ich nicht sagen. Denn wenigstens zu den ersten beiden Teilen der Reihe weist er viele Parallelen auf.

Da wäre zunächst mal das Setting. Auch in „Tödliche Weihnachten“ gerät der Hauptcharakter Samantha inmitten der Vorweihnachtszeit in den größten Schlamassel, als sie nach und nach herausfindet, dass Samantha gar nicht ihr richter Name ist und sie Fähigkeiten besitzt, die sie vor ihrem Gedächtnisverlust acht Jahre zuvor anscheinend zur Perfektion beherrschte. Als kurz darauf böse Buben ihr nach dem Leben trachten, wird die Luft schnell bleilastiger und der Schnee blutrot. Es entwickelt sich ein seichter und geradlinige Thriller ganz im „Die Hard„-Stil, mit viel Action und witzigen Szenen. Für letztere wird Samantha der von Samuel L. Jackson gespielte Mitch an die Seite geschrieben, der in das Ganze mehr oder weniger zufällig hineingezogen wird und genauso gut Polizist in LA oder Flughafenhausmeister in Washington DC sein könnte. Den harten Part und die trockenen Sprüche liefert Davis selbst, der man das dann aber doch nicht so abnimmt wie einem Bruce Willis im Unterhemd. Dafür stimmt die Chemie zwischen Jackson und Davis wiederum und ach die etwas stärkere Ernsthaftigkeit hat mir gefallen.

Fazit

Man kann euphemistisch sagen, dass „Tödliche Weihnachten“ von „Die Hard“ inspiriert wurde. Dennoch bringt der Film zwar ein kleineres Budget mit, gleichzeitig liefert er mit ein paar neuen Ideen und der (anfangs) anders angelegten Story aber auch ein bisschen Abwechslung in das Weihnachtsactionthrillersubgenre, ohne an das offensichtliche Vorbild heranzukommen. Man kann ihm dennoch ruhig mal eine Chance geben.

Von mir gibt’s 8/10 Punkte.
Der WiFF* liegt zumindest bei „Die Hard kaum im nachweisbaren Bereich. Schon allein der Schnee gibt „Tödliche Weihnachten“ hier einen Vorsprung, dazu kommt eine Weihnchtsmannparade, eine „richtige“ private Weihnachtsparty, ein -chor und insgesamt eine Ecke mehr Festliches. Und blinkende Weihnachtsohrringe!
Deshalb liegt der WiFF bei akzeptablen 5/10 Punkten.

Gesehen: BD / englisch
Genre: Action / Thriller / (Komödie)
Eckdaten: 1996 / 116 Min / FSK 16
Regie: Renny Harlin

—–
*Weihnachten im Film – Faktor

2 Kommentare

Leave a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Mehr davon? Folge mir!

%d Bloggern gefällt das: