Weihnachtsmenü (8): Schöne Bescherung – Im Kino!

Schöne Bescherung“ ist (ohne Übertreibung) seit Jahrzehnten ein fester Teil meiner Vorweihnachtszeit. Nur wenige Filme dürfte ich häufiger gesehen haben, aber noch immer ist die Geschichte um das griswold’sche Weihnachtschaos ein Fest der guten Laune, und auch letztes Jahr hatte ich großen Spaß bei der Sichtung.

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Umso schöner war es, als ich vor kurzem bei Dominiks Filmherum lesen durfte, dass die UCI-Kinos dieses Jahr zwei Sondervorstellungen des Films bringen würden. Umso schöner war dies, weil ich das diesjährige „Back to the Future„-Jubiläum nicht im Kino verleben konnte. Panik machte sich aber breit, denn normalerweise habe ich ein Abo darauf, bei begrenzten Angeboten regelmäßig die berühmte Sekunde zu spät zu kommen. Nachdem zum damaligen Zeitpunkt auf der Kinowebseite kein Vorverkaufsbutton vorhanden war, stürmte ich also angsterfüllt zum UCI meiner Wahl in der Sorge, dass schon alle Plätze längst vergeben waren. Nachdem ich der netten Kinokartenverkaufskraft hinter der Kasse überhaupt erstmal erklären musste, dass ihr Kino in einem Monat diesen Film vorführen würde und ich mit Blick auf die gähnende Leere auf der Sitzplatzanzeige erleichtert feststellte, dass ich wohl der erste war, der Karten kaufen wollte, trug ich zwei Eintrittskarten heim. Und nachdem die beste Mitbewohnerin der Welt heute dann in der Küche herumwurschtelte und mich stilecht mit einem Eggnog überraschte, konnte es endlich losgehen.

Eine kleine Sorge blieb allerdings. In den letzten Tagen hatte ich immer wieder die Reservierungsanzeige des Kinosaals gecheckt, denn eines wollte ich nicht: Diesen Film ganz allein sehen. Zweifelsohne hätte ich zwar auch dann Spaß gehabt, aber bei dieser Art von Filmen geht man gerade des Gruppengefühls wegen ins Kino. Im Sommer durfte ich bereits Jaws auf großer Leinwand bewundern, und auch wenn ich so meinen Lieblingsurlaubsfilm in voller Größe und damit intensiver als auf dem heimischen TV genießen konnte, war das Erlebnis minimal getrübt. Das 200 Sitze Kino war damals nämlich mit gutmütig geschätzten 30 „Jaws„-Fans besetzt, von denen auch viele entsprechende Fanshirts und Fischermützen trugen und die sich – trotz mutmaßlichem Auswendigkennen – an bestimmten Stellen erschreckten. So ein richtiges Kinofeeling wollte aber der leeren Sitze wegen nicht aufkommen.

Das war heute bei „Schöne Bescherung“ anders. Ganz ausverkauft war der Saal zwar nicht, aber doch so gut gefüllt, dass man kinogemäße Geräusche in Form von leisem Tuscheln und Popcorngeraschel vernahm. Und als dann die Aufblende kam und Familie Griswold auf ihrer Fahrt zum Wunschweihnachtsbaum die erste Katastrophe zu meistern hatte, war es eine Freude, mit so vielen Fans des Films dieses Ereignis zu teilen, die das erste Erscheinen des schmuddelgrauen Familienkutsche mit Klatschen honorierten. Andauernd hörte man um sich herum das Gekicher diebischer Vorfreude, bevor die altbekannten Szenen zu sehen waren. Und immer brach das Kino in schallendes Gelächter aus, als die vorbeirauschende Armada an Vorgetzten verabschiedete oder unsanft aus seinem Dachbodengefängnis befreit wurde. Ich habe selten ein Komödienpublikum erlebt, dass so sehr altbekannte Gags abgefeiert hat wie in dieser Vorstellung. Das Erlebnis der mitgenommenen Mitzuschauer wog deshalb auch mühelos die mittelprächtige Bild- und Tonqualität der Vorstellung auf.

Ich kann jedem nur empfehlen, auf solche Sondervorstellung im ortsansässigen Kino zu achten, denn egal ob es Horroklassiker oder altbekannte Familienkomödien sind, sie wirken auf großer Leinwand und mit angefixtem Publikum so viel besser.

Die UCI-Kinos spielen „Schöne Bescherung“ am 14. Dezember noch einmal.

4 Kommentare

  1. Ah, Neid! Ich werde mir den Film dagegen wieder in trauter Zweisamkeit zu Hause anschauen… hach… seufz… wird trotzdem toll und mit viel Gelächter enden! 😀

    1. Das wird dem Spaß keinen Abbruch tun. Ich für meinen Teil muss mich ja jetzt tatsächlich darum kümmern, einen ordentlichen Ersatz als Letzter-Film-vor-Heiligabend zu finden. 🙂

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