Zombieland | Film

Es gibt einfach Filme, bei denen man nicht genau sagen kann, warum sie einen begeistern. Ich bin auch kein sonderlich großer Zombiefilm-Fan, sodass ich nicht behaupten kann, dass mich jedes Machwerk aus diesem Genre an den Bildschirm fesseln würde. Und dennoch habe ich jetzt zum wiederholten Male „Zombieland“ geschaut und habe mich auch jetzt wieder großartig amüsiert.

Zombies im Anmarsch. Columbus hat Angst, Tallahasse wittert Spaß. | Quelle: Zombieland / Columbia Pictures
Zombies im Anmarsch. Columbus hat Angst, Tallahasse wittert Spaß. | Quelle: Zombieland / Columbia Pictures

Denn dem Film merkt man an, dass das Produktionsteam um Regisseur Ruben Fleischer einen Heidenspaß bei der Arbeit hatten. Mit unglaublicm Einfallsreichtum in Sachen Inszenierung und Situationsideen haben sie es geschafft, eine großartige Zombiekomödie zu zimmern. Dabei ist die Geschichte recht simpel: Die Welt bzw. die USA sind einer Apokalypse anheimgefallen und die paar Menschen, die sich noch nicht in Zombies verwandelt haben, versuchen zu überleben. Dazu zählt auch der schreckhafte Nerd Columbus (Jesse Eisenberg), der aus der Ich-Perspektive dem Zuschauer vom Ende der Welt erzählt und vor allem von den selbstauferlegten Regeln, dank derer er die Zeit seit dem Ausbruch der Seuche überstanden hat. Auch wenn diese Monologe in Verbindung mit den Bildern allein schon urkomisch sind, so lebt es sich unter Zombies doch viel angenehmer, wenn andere Menschen zugegen sind. Zum Glück trifft Columbus deshalb bald auf Tallahasse (Woody Harrelson), einem durchgeknallten Waffennarren, der seinen Spaß mit den Untoten zu haben scheint.

Diese sympathische Kombo aus latent neurotischem Angsthasen und Adrenalinjunkie macht die quasi nicht vorhandene Story allein schon wieder wett. Wer unbedingt will, kann auch noch ein bisschen Tragik und eine winzige Prise Gesellschaftskritik finden. Die Punkte macht „Zombieland“ aber mit seinem rundum gelungenen Mix aus abgedrehten Zombiemasken, der Integration der Ich-Erzähler-Elemente in den Film, den denkwürdigen Onelinern, dem Cameoauftritt (B. M.) und nicht zuletzt mit dem Finale. Dort hat Ruben Fleischer vermutlich alle seine feuchten Actionträume auf die Leinwand bringen dürfen. Aber auch davor strotzt die Zombiehatz schon vor absurden schwarzhumorigen Situationen und Dialogen, dass es eine Freude ist.

Was mir auch ganz entgegenkam: Zombies bilden zwar die Rahmenhandlung, sie kommen aber im Mittelteil nur sporadisch vor. Dort nimmt dafür die Entwicklung der Charakterbeziehungen und die erwähnten Tragikelemente zu, ohne einen sichtbaren Bruch zwischen dem Anfang, in dem man in den Ist-Zustand der Welt eingeführt wird, und dem Finale herbeizuführen. Das passt alles schön zusammen, sodass man auch in der Mitte nicht aus dem Lachen herauskommt.

Objektiv kann man an „Zombieland“ sicher einiges kritisieren. Wenn man aber akzeptiert, dass sich der Film nicht sonderlich ernst nimmt, ohne in den absolut sinnlosen Klamauk abzudriften, dann hat man bei der 90 minütigen Reise durch „Zombieland“ eine Menge Spaß. Eine Persiflage auf „echte“ Zombiefilme im Stil von „Shaun of the Dead“ darf man allerdings nicht erwarten. Dafür ist der Film zu sehr Komödie.

Da er in Sachen Actionkomödie trotz der Zombiethematik zu meinen Lieblingsfilmen gehört, gibt es von mir 10/10 Punkte.

Gesehen: Blu-Ray / englisch

Eckdaten: 2009 / 88 Min / FSK 16
Genre: Action / Komödie / Zombies / (Tragik)
Regie: Ruben Fleischer

Ähnliche Thematik hat: “Shaun of the Dead”

5 Kommentare

    1. Pssssscht, den Cameo-Auftritt habe ich doch extra nicht gespoilert! 😉
      Ich saß beim ersten Mal da und habe gerätselt, wer da in dem Haus wohnen soll, an dessen Tor „B. M.“ steht. Dann sah man das Warhol-Bild und ich dachte nur „yiiihaa, das passt“. 😀

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